Salary Guide
Gehalt als Hausarzt/Hausärztin 2026: Von der Weiterbildung bis zur eigenen Praxis
Das Gehalt von Hausärztinnen und Hausärzten in Deutschland hängt stark davon ab, ob Sie angestellt oder mit eigener Kassenzulassung niedergelassen sind. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen realistische Gehaltsspannen von der Weiterbildung zum Facharzt beziehungsweise zur Fachärztin für Allgemeinmedizin bis zur etablierten eigenen Praxis, erläutert die wichtigsten Einflussfaktoren auf Ihr Einkommen und gibt Ihnen konkrete Tipps für Gehalts- und Praxisübernahmeverhandlungen.
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Karriereentwicklung & Gehalt
Typische Gehaltsspannen in jeder Karrierephase.
Assistenzarzt/-ärztin in Weiterbildung (Allgemeinmedizin)
€60K – €68K
Approbation erhalten und Weiterbildung zum Facharzt/zur Fachärztin für Allgemeinmedizin begonnen, mit Rotationen in Klinik (Innere Medizin, Chirurgie) und hausärztlicher Lehrpraxis
Facharzt/Fachärztin für Allgemeinmedizin (angestellt)
€78K – €95K
Facharztprüfung Allgemeinmedizin bestanden, Anstellung in Praxis oder MVZ mit zunehmend eigenverantwortlicher Patientenführung
Niedergelassene*r Hausarzt/Hausärztin (Praxisaufbau)
€105K – €138K
Kassenzulassung erhalten, eigene Praxis übernommen oder neu gegründet, kontinuierlicher Aufbau eines stabilen Patientenstamms
Niedergelassene*r Hausarzt/Hausärztin (etablierte Praxis)
€140K – €185K
Etablierte Praxis mit hoher Patientenbindung, häufig mit angestellten Kolleginnen/Kollegen und Zusatzqualifikationen wie Diabetologie oder Palliativmedizin
Key Factors
Faktoren, die das Gehalt beeinflussen
Kassenzulassung und Niederlassung vs. Anstellung
High WirkungMit eigener Kassenzulassung und Niederlassung sind Sie unmittelbar am Praxisumsatz beteiligt und erzielen dadurch in der Regel ein deutlich höheres Einkommen als im Angestelltenverhältnis mit Festgehalt.
Praxisstandort: Stadt vs. Land
High WirkungIn unterversorgten ländlichen Regionen zahlen Kassenärztliche Vereinigungen häufig Sicherstellungszuschläge und Investitionsförderungen, während gleichzeitig eine höhere Patientendichte je Praxis besteht.
Patientenzahl und Fallzahl pro Quartal
High WirkungDa die Vergütung im EBM-System eng an Fallzahlen gekoppelt ist, wirkt sich eine höhere Patientenzahl je Quartal unmittelbar auf Praxisumsatz und persönliches Einkommen aus.
Zusatzqualifikationen (z. B. Diabetologie, Sportmedizin, Palliativmedizin)
Medium WirkungZusatzqualifikationen eröffnen zusätzliche Abrechnungsziffern, die Teilnahme an Disease-Management-Programmen und IGeL-Angebote, wodurch sich das Honorar über die Grundversorgung hinaus steigern lässt.
Praxisform: Einzelpraxis vs. Gemeinschaftspraxis/MVZ
Medium WirkungGemeinschaftspraxen und Berufsausübungsgemeinschaften teilen Fixkosten wie Personal und Miete, sodass bei guter Auslastung häufig ein höherer Gewinn pro Kopf verbleibt als in der Einzelpraxis.
Bundesland und regionale Honorarverteilung der KV
Medium WirkungDie Honorarverteilungsmaßstäbe unterscheiden sich zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer, sodass identische Leistungen je nach Region unterschiedlich vergütet werden.
Negotiation
Tipps zur Gehaltsverhandlung
Verhandeln Sie als angestellte Ärztin oder angestellter Arzt auf Basis des einschlägigen Tarifvertrags und legen Sie Ihre Berufserfahrung sowie Zusatzqualifikationen offen, um in eine höhere Erfahrungsstufe eingruppiert zu werden.
Lassen Sie sich bei einer Praxisübernahme den Praxiswert, die Patientenstruktur und die Ertragslage von einer unabhängigen Steuerberatung mit Erfahrung in Arztpraxen bestätigen, bevor Sie über den Kaufpreis verhandeln.
Sprechen Sie gezielt Förderprogramme für die Niederlassung in unterversorgten Regionen an, etwa Sicherstellungszuschläge oder Investitionskostenzuschüsse der Kassenärztlichen Vereinigung.
Verhandeln Sie beim Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis über eine Umsatz- oder Gewinnbeteiligung statt eines reinen Festgehalts, sobald sich Ihr Patientenstamm stabilisiert hat.
Fordern Sie neben dem Grundgehalt zusätzliche Leistungen wie ein Fortbildungsbudget, eine Beteiligung an Poolarzt-Honoraren oder an IGeL-Umsätzen ein.
Vergleichen Sie mehrere Angebote von MVZ-Trägern oder Klinikkonzernen, da sich Gehaltsstrukturen und Zusatzleistungen für angestellte Hausärztinnen und Hausärzte teils deutlich unterscheiden.
Bringen Sie belastbare Zahlen in Gehaltsgespräche ein, etwa die durchschnittliche Fallzahl pro Quartal, besondere Abrechnungsziffern oder nachweisbare Erfolge bei der Patientenbindung.
Branchenvergleich
Im Fachrichtungsvergleich liegt das Einkommen von Hausärztinnen und Hausärzten meist im mittleren Bereich der ärztlichen Gehälter. Kinderärztinnen und Kinderärzte verdienen in einem ähnlichen Rahmen, teils sogar etwas darunter, da auch die Pädiatrie überwiegend sprechende, nicht-operative Medizin abrechnet und ähnlichen Budgetgrenzen unterliegt. Deutlich höher liegen dagegen meist Fachärztinnen und Fachärzte mit chirurgischem oder interventionellem Schwerpunkt, etwa in Orthopädie, Unfallchirurgie oder invasiver Kardiologie: Operative und interventionelle Leistungen werden im EBM und in der GOÄ in der Regel deutlich höher vergütet als die zeitintensive, aber niedriger bepunktete Gesprächsmedizin der Allgemeinmedizin. Ein überdurchschnittliches Einkommen als Hausärztin oder Hausarzt ergibt sich daher vor allem aus eigener Kassenzulassung, einem großen Patientenstamm und gezielten Zusatzqualifikationen.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Als angestellte Fachärztin oder angestellter Facharzt für Allgemeinmedizin können Sie mit einem Jahresgehalt zwischen €78.000 und €95.000 rechnen. Mit eigener Praxis und Kassenzulassung liegt Ihr Einkommen je nach Patientenstamm und Praxisgröße häufig zwischen €105.000 und €185.000 oder mehr.
In den meisten Fällen ja: Sobald Sie über eine Kassenzulassung verfügen und einen stabilen Patientenstamm aufgebaut haben, übersteigt Ihr Gewinn als Praxisinhaberin oder Praxisinhaber in der Regel deutlich das Gehalt einer Anstellung. Allerdings tragen Sie auch das unternehmerische Risiko und die Investitionskosten selbst.
Die Kassenzulassung erlaubt es, gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten zulasten der Krankenkassen zu behandeln und darüber abzurechnen. Ohne Zulassung ist man entweder angestellt oder auf Privatpatientinnen und -patienten sowie Selbstzahlerleistungen beschränkt, was das Einkommenspotenzial deutlich einschränkt.
Häufig ja. In unterversorgten ländlichen Regionen zahlen viele Kassenärztliche Vereinigungen Sicherstellungszuschläge und Investitionsförderungen, während gleichzeitig die Konkurrenzdichte niedriger ist.
Zusatzqualifikationen wie Diabetologie, Sportmedizin oder Palliativmedizin eröffnen zusätzliche Abrechnungsziffern und IGeL-Angebote. Je nach Ausrichtung der Praxis können solche Qualifikationen das Honorar um mehrere Tausend Euro im Jahr steigern.
In einem Medizinischen Versorgungszentrum liegt das Gehalt als angestellte Fachärztin oder angestellter Facharzt meist zwischen €80.000 und €110.000, abhängig von Berufserfahrung, Region und Trägerstruktur.
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