Salary Guide
Gehalt als Steuerberater:in: Von der Steuerfachangestellten bis zur eigenen Kanzlei
Der Beruf der Steuerberaterin bzw. des Steuerberaters gehört zu den finanziell attraktivsten Karrierewegen im deutschen Finanz- und Rechnungswesen – vorausgesetzt, Sie meistern den entscheidenden Meilenstein: das Steuerberaterexamen. Wer als Steuerfachangestellte:r startet, verdient zunächst ein solides, aber überschaubares Gehalt. Mit der Bestellung zum Steuerberater bzw. zur Steuerberaterin ändert sich das grundlegend, und wer später eine eigene Kanzlei mit stabilem Mandantenstamm aufbaut oder in eine Partnerschaft aufsteigt, kann ein Einkommen erzielen, das mit dem von Wirtschaftsprüfer:innen oder Fachanwält:innen konkurriert. Dieser Gehaltsratgeber zeigt Ihnen, welche Gehälter in den einzelnen Karrierestufen realistisch sind, welche Faktoren Ihr Einkommen am stärksten beeinflussen und wie Sie in Gehaltsverhandlungen souverän auftreten.
Lebenslauf erstellenCareer Path
Karriereentwicklung & Gehalt
Typische Gehaltsspannen in jeder Karrierephase.
Steuerfachangestellte:r (Berufseinstieg)
€34K – €42K
Abgeschlossene Ausbildung zur/zum Steuerfachangestellten, erste eigenständige Bearbeitung von Steuererklärungen und laufender Finanzbuchhaltung für kleinere Mandate.
Steuerfachwirt:in / Prüfungskandidat:in Steuerberaterexamen
€45K – €62K
Weiterbildung zum/zur Steuerfachwirt:in abgeschlossen, eigenständige Betreuung anspruchsvollerer Mandate und gezielte Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen.
Steuerberater:in (angestellt)
€70K – €95K
Steuerberaterexamen bestanden und Bestellung durch die Steuerberaterkammer erhalten, eigenverantwortliche Führung eines eigenen Mandantenkreises.
Steuerberater:in mit eigener Kanzlei / Partner:in
€130K – €200K
Eigene Kanzlei gegründet oder Partnerschaft in einer bestehenden Kanzlei übernommen, eigener Mandantenstamm mit Spezialisierung, etwa auf Unternehmenssteuerrecht oder internationale Steuergestaltung.
Key Factors
Faktoren, die das Gehalt beeinflussen
Bestandenes Steuerberaterexamen
High WirkungDie Bestellung zum Steuerberater bzw. zur Steuerberaterin ist der entscheidende Gehaltssprung im Beruf: Nach dem bestandenen Examen steigen die Gehälter häufig um 30 bis 50 Prozent gegenüber der Zeit als Steuerfachangestellte:r oder Prüfungskandidat:in.
Angestellt vs. eigene Kanzlei
High WirkungAngestellte Steuerberater:innen erhalten ein festes, gut kalkulierbares Gehalt, während Inhaber:innen einer eigenen Kanzlei direkt vom Kanzleigewinn profitieren und dadurch auf €130K bis €200K oder mehr kommen können.
Größe und Qualität des Mandantenstamms
High WirkungBei eigener Kanzlei hängt das Einkommen unmittelbar davon ab, wie viele Mandate betreut werden und wie zahlungskräftig diese sind – ein Stamm aus mittelständischen Unternehmen bringt deutlich mehr als überwiegend private Steuererklärungen.
Spezialisierung, etwa Unternehmenssteuerrecht oder internationales Steuerrecht
High WirkungWer sich auf komplexe Bereiche wie Unternehmenssteuerrecht, internationale Steuergestaltung oder Unternehmensnachfolge spezialisiert, kann höhere Honorare verlangen und zieht anspruchsvollere, besser zahlende Mandate an.
Kanzleistandort
Medium WirkungIn Wirtschaftszentren wie München, Frankfurt oder Hamburg liegen sowohl angestellte Gehälter als auch erzielbare Honorare über dem Niveau kleinerer Städte oder ländlicher Regionen, allerdings bei ebenfalls höheren Lebenshaltungskosten.
Kanzleigröße und Position
Medium WirkungGroße Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zahlen angestellten Steuerberater:innen oft höhere Fixgehälter als kleine, lokale Kanzleien, bieten dafür aber häufig langsamere Wege zur Partnerschaft.
Negotiation
Tipps zur Gehaltsverhandlung
Recherchieren Sie vor dem Gespräch die üblichen Gehaltsspannen für Steuerberater:innen in Ihrer Region und Kanzleigröße, zum Beispiel über Gehaltsreports der Steuerberaterkammern oder Branchenverbände.
Machen Sie Ihren Beitrag zum Mandantenstamm sichtbar: Wie viele Mandate betreuen Sie eigenverantwortlich, welchen Umsatz generieren diese, und welche Mandate haben Sie selbst gewonnen?
Wenn Sie das Steuerberaterexamen bereits bestanden haben oder kurz davor stehen, sprechen Sie aktiv eine Gehaltsanpassung oder eine Beteiligung an der Kanzlei an.
Verhandeln Sie nicht nur das Fixgehalt, sondern auch variable Bestandteile wie eine Umsatzbeteiligung, Prämien für neu gewonnene Mandate oder einen Zuschuss zur Weiterbildung.
Prüfen Sie bei einem Wechsel in die Selbstständigkeit oder Partnerschaft die Konditionen genau: Wie wird der Mandantenstamm bewertet, welche Kapitaleinlage wird erwartet, und wie ist die Gewinnverteilung geregelt?
Bringen Sie Ihre Spezialisierung, etwa internationales Steuerrecht oder Unternehmensnachfolge, klar als Verhandlungsargument ein, denn Nischenwissen wird überdurchschnittlich vergütet.
Lassen Sie sich Zusatzleistungen wie Fortbildungsbudget, Übernahme der Kammerbeiträge oder eine betriebliche Altersvorsorge schriftlich zusagen, denn diese Posten summieren sich über die Jahre erheblich.
Branchenvergleich
Das Gehaltsprofil von Steuerberater:innen ähnelt dem von Wirtschaftsprüfer:innen: Beide Berufe verlangen ein anspruchsvolles Staatsexamen, nach dessen Bestehen die Gehälter deutlich steigen, und beide eröffnen über eine eigene Kanzlei oder Partnerschaft ein Einkommenspotenzial jenseits von €150K. Reine Accountants bzw. Buchhalter:innen ohne Berufsexamen verdienen dagegen spürbar weniger, meist zwischen €35K und €55K, da ihnen die Bestellung und die damit verbundene eigenverantwortliche Mandatsführung fehlen.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Das Gehalt hängt stark vom Karrierestand ab: Als Steuerfachangestellte:r starten Sie bei etwa €34K bis €42K im Jahr. Nach bestandenem Steuerberaterexamen und angestellter Tätigkeit liegen die Gehälter meist zwischen €70K und €95K. Mit eigener Kanzlei oder als Partner:in sind €130K bis €200K und mehr realistisch, abhängig von Mandantenstamm und Spezialisierung.
Ja, das Steuerberaterexamen ist der wichtigste Gehaltssprung in diesem Beruf. Nach der Bestellung zum Steuerberater bzw. zur Steuerberaterin steigen die Gehälter häufig um 30 bis 50 Prozent, und erst die Bestellung eröffnet den Weg zur eigenen Kanzlei oder Partnerschaft, wo das größte Einkommenspotenzial liegt.
Das hängt maßgeblich von Größe und Qualität Ihres Mandantenstamms ab. Eine gut geführte Kanzlei mit stabilen mittelständischen Mandaten kann ein Jahreseinkommen von €130K bis €200K erwirtschaften, bei größeren Kanzleien mit mehreren Berufsträger:innen oder Spezialisierung auf komplexe Bereiche wie internationales Steuerrecht auch deutlich mehr.
In der Regel ja. Angestellte Steuerberater:innen erhalten ein festes, planbares Gehalt zwischen €70K und €95K, während Kanzleiinhaber:innen zwar unternehmerisches Risiko tragen, aber auch direkt vom Gewinn der Kanzlei profitieren und dadurch deutlich höhere Einkommen erzielen können.
Unternehmenssteuerrecht, internationales Steuerrecht und Unternehmensnachfolge bzw. Erbschaftsteuer gehören zu den am besten honorierten Spezialisierungen, da sie komplexe Beratung erfordern und meist zahlungskräftige Mandant:innen wie mittelständische Unternehmen oder Vermögende betreffen.
Spürbar: In Wirtschaftszentren wie München, Frankfurt, Düsseldorf oder Hamburg liegen sowohl angestellte Gehälter als auch Honorarsätze für eigene Mandate über dem Durchschnitt kleinerer Städte oder ländlicher Regionen, wobei dort auch die Lebenshaltungskosten höher sind.
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